Liste der Fragen & Antworten

Zum Thema: Diesel-Skandal


Der tatsächlich eingetretene Wertverlust zwischen Anschaffungspreis und aktuellem Marktpreis spielt bei der Rückabwicklung erst einmal juristisch keine Rolle.

Ausgangspunkt: Der Kaufpreis wird Ihnen gegen die Rückgabe des Fahrzeugs erstattet.

Aber: Der Käufer/Geschädigte muss sich einen Wertersatz für die Nutzung des Fahrzeugs anrechnen lassen. 
Die voraussichtliche Laufleistung des Fahrzeuges wird dabei (je nach Typ und Nutzung) geschätzt. Übliche Werte sind 250.000 - 300.000 km. Es kann aber bei hohem Langstreckeneinsatz auch mehr sein. 

Der Kaufpreis wird durch diese geschätzte Laufleistung geteilt und mit den tatsächlich gefahrenen Kilometern multipliziert. 

Also z. B.: 

Beispiel 1: Neukauf

25.000 Euro Kaufpreis/ 300.000 km = 0,0833 Euro/km x 75.570 gefahrene KM = 6.297,50 Euro Nutzungsvorteil. 

Der wird vom Kaufpreis abgezogen. Im Beispiel würde daher 25.000 Euro - 6.297,50 = 18.702,50 Euro als Schaden geltend gemacht. 

Beispiel 2: Gebrauchtkauf; Fahrzeug noch in Besitz

(Neupreis 25.000 Euro) Kaufpreis 15.000 Euro und Kauf bei 60380 km; aktueller KM-Stand 115.490 km (= 55.110 km eigene Nutzung)

geschätzte Restlaufleistung: 300.000 km - 60.380 km = 239.620 km

15.000 Euro / 239.620 km = 0,063 Euro/km Nutzungsentschädigung x 55.110 km = 3.471,93 Euro Nutzungsentschädigung

Der Erstattungsbetrag beläuft sich dann auf 15.000 Euro - 3.471,93 Euro = 11.528,07 Euro


Beispiel 3: Gebrauchtkauf; Fahrzeug wurde zwischenzeitlich verkauft

Wir nehmen die Zahlen aus Beispiel 2. Beim KM-Stand von 115.490 wurde das Fahrzeug für 7.800 Euro verkauft. 

Dieser erzielte Preis muss dann lediglich angerechnet werden. Der verbliebene Schadensbetrag beläuft sich auf
11.528,07 Euro - 7.800 Euro = 3.728,07 Euro

Genauso funktioniert es auch beim Verkauf eines neu erworbenen Autos. 

 Wie gesagt: Der aktuelle Marktwert des Fahrzeuges bleibt so unberücksichtigt.


Weiterhin machen wir (übliche) Aufwendungen für zusätzliche Anbauteile (z.B. Anhängerkupplung) geltend, die bei der Rückgabe am Fahrzeug bleiben. 

Was das für Sie in Euro und Cent bedeutet, verrät Ihnen unser "Rückerstattungs-Rechner"!


Eine juristische Auseinandersetzung ist immer mit Kosten verbunden (2 x Anwälte und Gerichtskosten; evtl. Sachverständigenkosten). Am Ende sind die Kosten durch die Partei zu tragen, die den Prozess verliert. Das Gericht kann in seinem Urteil auch entscheiden, dass die Kosten auf die Parteien aufgeteilt werden - wenn nur Teilerfolge erzielt werden. 

Vor dieser (eventuellen) Erstattung müssen die Kosten aber zunächst ausgelegt werden.

Um die Kosten und das damit verbundene Risiko nicht tragen zu müssen, kann man sich entweder rechtschutzversichern oder mit einem Prozessfinanzierer zusammenarbeiten.

Was ist der Unterschied?

Möglichkeit 1: Die Rechtsschutzversicherung

Mit einer Rechtsschutzversicherung haben sie einen Versicherungsvertrag abgeschlossen. Die Versicherung trägt dann für Sie ihr Prozessrisiko für (sämtliche) Rechtsstreitigkeiten, die unter den Versicherungsschutz im versicherten Zeitraum fallen. Nach Prüfung des Deckungsschutzes übernimmt die Rechtschutzversicherung also sämtliche Kosten – gegebenenfalls bis zu einem vereinbarten Höchstbetrag – die in einem Verfahren anfallen.

Dazu gehören die Kosten des eigenen Anwalts, die Kosten für eine mögliche Beweisaufnahme (z.B. durch einen Sachverständigen) und das Gericht – und wenn eine Klage verloren geht, auch die Kosten des gegnerischen Rechtsanwalts.

Der Versicherungsnehmer zahlt nur den vereinbarten Selbstbehalt (meistens 150 €) und gegebenenfalls nicht vom Versicherungsschutz umfasste Reisekosten zu Terminen.

Die Rechtsschutzversicherung erhält im Gegenzug sämtliche Kostenerstattungen, die gegebenenfalls vom Gericht oder dem Gegner nach Abschluss des Verfahrens gezahlt werden.

Den Erfolg aus der Klage in der Hauptsache darf der Versicherungsnehmer in vollem Umfang für sich behalten.
Hat eine Rechtsschutzversicherung einmal eine Deckungszusage erteilt, ist sie gegenüber dem Versicherungsnehmer hieran auch gebunden. Der Kunde wird an den Kosten nicht beteiligt (außer Selbstbehalt).

Die Rechtsschutzversicherung prüft selbst im Vorfeld die Erfolgsaussichten eines Rechtsstreites. Sie hat das Recht, den Versicherungsschutz zu verweigern, wenn der Fall keine Aussicht auf Erfolg hat. Die Erfolgsaussicht wird allerdings für jede Instanz neu hinterfragt.

Wenn eine Rechtsschutzversicherung den Deckungsschutz „mangels Erfolgsaussicht“ ablehnt, besteht trotzdem noch die Möglichkeit, dass sie vom Rechtsanwalt „überstimmt“ wird. Dies erfolgt dann mit einem so genannten „Stichentscheid“, in welchem der Rechtsanwalt sich mit der Rechtsmaterie noch einmal intensiv auseinander setzt und eine (positive) Erfolgsaussicht darlegen muss.

Dieser Einschätzung muss dann die Rechtsschutzversicherung grundsätzlich folgen und Rechtsschutz gewähren. An der Begründung muss sich der Rechtsanwalt dann aber auch messen lassen. Handelte es sich um eine offensichtlich falsche Einschätzung, riskiert der Anwalt, dafür haftbar gemacht zu werden.

Die Leistung einer Rechtsschutzversicherung ist im Versicherungsvertragsgesetz (siehe insbesondere §§ 125-129 VVG) geregelt und im Übrigen in den Versicherungsbedingungen.


Möglichkeit 2: Der Prozessfinanzierer

Die Einschaltung eines Prozessfinanzierers ist eine Option für Einzelfälle für die keine Rechtsschutzversicherung besteht.
Der Prozessfinanzierer kann – anders als eine Rechtsschutzversicherung – im Vorfeld selbst entscheiden, welche Art von Prozessen er begleiten möchte. Dies wird auch in jedem Einzelfall neu entschieden. Es wird also der Fall erst ausführlich dort vorgestellt.

Dies sind häufig Rechtsstreitigkeiten, die so oder ähnlich wiederholt auftreten und deren Ausgänge sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorab einschätzen lassen (wie z.B. Widerrufsfälle, Versicherungsfälle oder die Rückabwicklung von Dieselfahrzeugen).
Der Prozessfinanzierer prüft vor der Übernahme sowohl den Sachverhalt, als auch die vorhandenen Beweismittel und führt eine eigene Risikoeinschätzung durch. Anschließend gibt er ein Angebot ab, in dem steht, zu welchen Bedingungen er die Kosten des Verfahrens übernehmen wird und damit auch in Vorleistung gehen wird.

Dies kann ein erhöhter Selbstbehalt sein. In der Regel lässt sich der Prozessfinanzierer darüber hinaus auch eine „Erfolgsprämie“ aus der Hauptsache versprechen.

Je nach Thema und Risiko liegt diese Erfolgsprämie zwischen 20 % und bis zu 50 % des Ergebnisses.

Wenn eine Klage verloren geht, liegt das Risiko – bis auf den möglichen Selbstbehalt – beim Prozessfinanzierer. Wenn die Klage gewonnen wird, profitiert also sowohl der Kläger, als auch der Prozessfinanzierer.

Ein Prozessfinanzierer kann somit ein probates Mittel sein, um einen aussichtsreichen Prozess zu führen, ohne im Fall der (leider nicht auszuschließenden) Niederlage Kosten tragen zu müssen.

Der vor Gericht erstrittene Betrag wird zwar mit dem Prozessfinanzierer geteilt, das ist aber in der Regel immer noch deutlich lukrativer, als auf eine gerichtlichen Geltendmachung seines Anspruchs komplett zu verzichten. Die Wirtschaftlichkeit einer solchen Option stimmen wir natürlich vorher mit dem Mandanten ab. 

Dies ist daher eine interessante Option, für alle die keine Rechtsschutzversicherung haben.

In so genannten „Massenfällen“ ist die Prozessfinanzierung ein durchaus übliches Geschäftsmodell, für das sogar Fonds aufgelegt werden. Hier gehen dann die Prozessfinanzierer oft mit pauschalen Angeboten auf dem Markt, die auch für Kläger sehr interessant sind.
Eine gesetzliche Regelung speziell für Prozessfinanzierer gibt es nicht. Es handelt sich immer um eine vertragliche Regelung im Einzelfall.

Ob sich die Einschaltung eines Prozessfinanzierers in Ihrem Einzelfall lohnt, prüfen wir - wie gesagt - im Vorfeld.

Wir arbeiten regelmäßig mit Prozessfinanzierern zusammen und handeln – soweit möglich – auch Sonderkonditionen aus, die wir dann an unsere Mandanten weitergeben.

Sprechen Sie uns daher im Einzelfall auch gerne auf Möglichkeit der Prozessfinanzierung an, wenn Sie nicht über eine Rechtsschutzversicherung verfügen.


Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten, wenn Sie Vertragsrechtsschutz versichert haben. Üblicherweise fällt diese Auseinandersetzung auch unter "Verkehrsrecht".

Voraussetzung ist allerdings, dass die Rechtsschutzversicherung bereits bestand, als das Fahrzeug erworben wurde.

Wir klären Ihren Versicherungsschutz gerne mit Ihrer Rechtsschutzversicherung.


Wir bieten dann eine zweite Option an: Einen Prozessfinanzierer.

Dieser übernimmt die Verfahrenskosten und geht damit in Vorleistung. Im Falle des Verlustes der Klage übernimmt er auch die Kosten der Gegenseite. Im Gegenzug bekommt der Prozessfinanzierer beim Gewinn der Klage am Ende 15% des Erfolges als "Belohnung".

Diese 15% sind ein Sondertarif, den wir für Sie ausgehandelt haben. Üblicherweise liegen diese Erfolgssätze bei 25% bis 30%.
Aber auch hier gilt: grundsätzlich ist es eine Einzelfallentscheidung des Prozessfinanzierers.

Sofern Sie nicht mit dem Prozessfinanzierer teilen möchten, müssten Sie die Kosten selbst bezahlen. Die Kosten richten sich grundsätzlich nach dem "Rechtsanwaltsvergütungsgesetz" (RVG) und dem "Gerichtskostengesetz" (GKG). Maßgeblich für die Höhe der Kosten ist der sog. Gegenstandswert, der auch Streitwert genannt wird. Bei der Rückabwicklung ist das der Kaufpreis des Fahrzeugs.

Wir stimmen Ihnen gerne das Risiko und das "Kosten–Nutzen-Verhältnis" ab.


Grundsätzlich tritt Verjährung 3 Jahre nach Kenntnis des Anspruchs ein.

Der "Dieselskandal" wurde in Amerika 2015 aufgedeckt. 2016 begannen die ersten Rückrufaktionen bei Volkswagen. 

Allerdings setzt "Kenntnis" auch voraus, dass die eigene Betroffenheit bekannt - oder nicht grob fahrlässig unbekannt - war. 

Auch beim Aufruf zum Update war nicht zwingend zu erkennen, dass es sich um eine vorsätzlich, sittenwidrige Schädigung handelte, von der auch die Vorstandsetage gewusst hat. Dies wurde erst sehr viel später durch die Gerichte festgestellt und erst 2020 schließlich durch den BGH entschieden. Vorher waren die Urteile der Gerichte sehr widersprüchlich. 

Es ist dem Geschädigten nicht zuzumuten, bei einer noch völlig offenen Rechtslage vorsorglich Klage zu erheben. 

Ausnahmsweise ist es dann dem Schädiger aus "Treu und Glauben" verwehrt, sich auf Verjährung zu berufen. 

Nach unserer Prüfung sind daher noch keine Ansprüche verjährt. 

Weiterhin gibt es auch den "Auffangtatbestand" des § 852 BGB. Danach soll auch nach Eintritt der Verjährung der Schädiger das herausgeben müssen, was er noch aus seiner Tat übrig hat und die zwischenzeitlich gezogenen Nutzungen. Im Endeffekt dürfte das wieder auf den gleichen Ersatz hinauslaufen - da bei den Autokonzernen weiterhin Geld vorhanden ist, das mit den Betrugsfahrzeugen verdient wurde.



Sie müssen Ihr Fahrzeug nicht zwingend zurückgeben.

Es besteht einerseits die Möglichkeit die Klage nur auf den so genannten Minderwert auszurichten. Diesen kann das Gericht jedoch nur schätzen, so dass hier die Bezifferung des geltend zu machenden Betrages schwierig ist.

Wir empfehlen daher die Rückgabe des Fahrzeugs klageweise geltend zu machen. Im Wege eines Vergleiches (also einer einvernehmlichen Regelung der Parteien im Verfahren) besteht sodann die Möglichkeit einen sogenannten "Einmalzahlungsvergleich" oder "Abfindungsvergleich" zu schließen. Dieser wird in nahezu jedem Verfahren von der Gegenseite angeboten. Hierbei behalten Sie das Fahrzeug und erhalten eine finanzielle Entschädigung. Diese bewegt sich meist zwischen 10 - 15% des gezahlten Kaufpreises.

Sofern Sie eine Rechtschutzversicherung haben und das Fahrzeug behalten möchten, können Sie mit diesem Vorgehen letztlich nur gewinnen.


Ja. Der Schadensersatzanspruch besteht grundsätzlich auch bei gebraucht gekauften Fahrzeugen – und zwar gegen den Hersteller wegen der Täuschung (bezüglich Abgasverhalten und Zulassungsfähigkeit im Straßenverkehr).

Gegen den Händler wird der Anspruch mittlerweile verjährt sein. Dafür wäre noch "Gewährleistung" nötig. 

Problematisch ist hier aber auch die mögliche Kenntnis vom Mangel/Problem beim Kauf nach 2016.

Von Klagen gegen die Händler raten wir daher meist ab. Stattdessen wird der Hersteller in Anspruch genommen. Allerdings gibt es auch hier erste Urteile, die bei einem Kauf nach 2016 keine Schadensersatzansprüche mehr zusprechen, weil die Problematik bereits bekannt war und vom Hersteller veröffentlicht worden ist. Wir halten diese Rechtsansicht für sehr problematisch. Auch nach 2016 ging nach unserer Recherche die Täuschung der Kunden weiter. Auch Softwareupdates enthielten unzulässige Abschalteinrichtungen. Und es wurden weiterhin Fahrzeuge mit derartigen Manipulationsinstrumenten ausgeliefert, die im Prüfmodus ganz andere Abgaswerte produzieren, als im Alltagsbetrieb. Und dabei handelte es sich nicht nur um "Thermofenster", sondern auch um z. B. "Lenkwinkelerkennung" oder "Höhenmesser". Es stellt sich die Frage, wofür solche Erfassungen bei der Abgasreinigung wohl gedacht waren?

Nach unserer Auffassung ist daher auch bei einem Kauf nach 2016 "das letzte Wort noch nicht gesprochen". 

Bei einem Gebrauchtwagenkauf vor 2016 werden die Schadensersatzansprüche aber aktuell nicht in Frage gestellt.


Auch dann besteht ein Schadensersatzanspruch wegen Täuschung.

Allerdings gibt es dann einen anderen "Schaden". Es wurde nicht der Kaufpreis geleistet, sondern stattdessen wurden Leasingraten oder Kreditraten bezahlt. Wir fordern daher dann nicht den Kaufpreis zurück, sondern die geleisteten Zahlungen/Raten und die Freistellung von den weiteren Verpflichtungen aus dem Kreditvertrag oder den Leasingvertrag.

Der Käufer wird auch dann so gestellt, als hätte er die Verträge (Kaufvertrag, Leasingvertrag, Kreditvertrag) nicht geschlossen. 

Es gibt in diesen Fällen auch eine weitere Option: 

Wir prüfen Ihren Leasing-/ Darlehensvertrag.
Diese enthielten häufig Fehler, aufgrund dessen ein Widerruf noch möglich ist.
So erreichen wir die Rückabwicklung, ohne dass es auf eine Täuschung bei der Fahrzeugsoftware ankommt.

Z. T. sind die Rechtsfolgen dabei noch günstiger. 

Es gibt Entscheidungen, in denen keine Nutzungen für das Fahrzeug angerechnet wurden. 

Stellen Sie uns daher gerne 

- Ihren Kaufvertrag
- den Leasingvertrag oder Darlehensvertrag
- den Fahrzeugschein

zusammen per Email zur Verfügung.   

Wir prüfen dann Ihre Möglichkeiten umfassend.


Grundsätzlich darf jeder seine Rechte auch selbst geltend machen und braucht dafür keinen Anwalt.

Ausnahme: Vor einem Landgericht besteht Anwaltszwang. Alle Rechtsstreitigkeiten über 5.000,- € Wert müssen daher zusammen mit einem Anwalt vor dem Landgericht ausgetragen werden.

Weiterhin sind für einen "fälligen" Anspruch häufig im Vorfeld Schritte nötig, die der Gesetzgeber vorgegeben hat – aber der juristische Laie so nicht kennt oder übersieht (z.B. Aufforderung zur Nachbesserung, Mahnungen, ordnungsgemäße Abrechnung). Ein Anwalt achtet darauf, dass solche Voraussetzungen eingehalten sind, bevor dann die nötige Klage erhoben wird.

Die Forderungen bei Rückabwicklung von Dieselfahrzeugen übersteigen regelmäßig den Wert von 5.000,- €, so dass eine Klage immer beim "Landgericht" beginnt und mit einem Anwalt geführt werden muss. Da vorgerichtliche Kosten auf die Kosten des Gerichtsverfahrens auch angerechnet werden, ist es dann sinnvoll, einen Anspruch gleich "richtig" bearbeiten zu lassen durch anwaltliche Hilfe von Anfang an. Dies ist in aller Regel auch durch Rechtsschutzversicherungen abgedeckt.

Wenn Sie nicht rechtschutzversichert sind, erklären wir natürlich vor Beauftragung das Kostenrisiko. 


Wir werden zunächst die übersandten Unterlagen kostenlos prüfen und Ihnen die Erfolgsaussichten zu ihrem speziellen Fahrzeug mitteilen.

Dann erst entscheiden Sie, ob Sie uns beauftragen wollen oder nicht.

Im nächsten Schritt wird Ihre Rechtsschutzversicherung von uns angeschrieben und um Kostenübernahme gebeten. Sobald die Zusage vorliegt, wenden wir uns an den Hersteller. Sofern keine Einigung möglich ist, erheben wir Klage. Dies erfolgt immer in enger Abstimmung mit Ihnen und Ihrer Rechtsschutzversicherung.

Sie finden bei uns ein engagiertes Team, was sich intensiv mit diesen rechtlichen und tatsächlichen Fragen auseinandersetzt und auskennt. 

Verschaffen Sie sich gerne einen Überblick bei den erstrittenen Urteilen. 

Und dann schicken Sie uns Ihre Unterlagen per Email: 

- Kaufvertrag
- Fahrzeugschein
- akt. Kilometerstand
- ggf. Daten Ihrer Rechtschutzversicherung
- ggf. Ihren Finanzierungsvertrag (Leasing oder Darlehen)

Wir melden uns dann kurzfristig bei Ihnen zurück und besprechen alles weitere direkt mit Ihnen. 


  • Wichtig:
  • Kaufvertrag
  • Foto vom Fahrzeug und aktueller KM Stand
  • Kopie Zulassungsbescheinigung (§ 11 StVZO: Teil I = "Fahrzeugschein" oder § 12 StVZO: Teil II = "Fahrzeugbrief")
  • Daten Ihrer Rechtschutzversicherung
  • Vollmacht und Mandatsbedingungen (Anlage)

  • Optional und nicht zwingend erforderlich
  • ggf. Motornummer, falls bekannt
  • ggf. Darlehensvertrag bei Finanzierung
  • ggf. Leasingvertrag (aber Besonderheit, da Sie nicht Eigentümer sind, gelten obige Ausführungen nur bedingt)
  • ggf. Schriftwechsel mit Händler und/oder Hersteller wegen Nachbesserung/Softwareumstellung
  • ggf. Protokoll über Nachbesserung, soweit vorhanden
  • ggf. Nachweise über "Verbesserungen" / größere Reparaturen
  • ggf. Honorarvereinbarung (wenn Sie nicht rechtschutzversichert sind)


Eigentlich nichts. Wir erledigen den Rest.

In Einzelfällen müssten Sie noch einmal vor Gericht erscheinen. Dies ist aber in immer weniger Fällen nötig. Wir begleiten Sie natürlich.

Weiterhin ist gegebenenfalls eine Abstimmung nötig, falls ein Vergleichsvorschlag eingeht. Wir stimmen dann mit Ihnen die Vor- und Nachteile ab. Sie können dann anschließend selbst entscheiden, ob Sie den Vorschlag annehmen möchten oder nicht.

Neue Informationen müssen Sie uns natürlich mitteilen. Z. B. einen aktualisierten KM-Stand oder den Verkauf des Fahrzeuges. Wir passen dann das weitere Vorgehen darauf an. 

Aber: Natürlich werden Sie immer über alles auf dem Laufenden gehalten und können natürlich auch Ihre Fragen mit Ihrem (festen) Ansprechpartner klären. Ihr Fall wird bei uns individuell behandelt. Hier arbeiten Menschen und keine "künstliche Intelligenz" (zumindest noch nicht...).


Sie erhalten von uns über alle Postein- und -ausgänge Abschriften per E-Mail.
Sollten Sie keine E-Mail benutzen, schicken wir natürlich die Unterlagen auch mit der Post oder per Fax. 

Für eine schnelle Information und eine effektive Abwicklung bevorzugen wir jedoch die elektronische Kommunikation.


Da außergerichtlich nur sehr selten eine Lösung gefunden wird, ist ein Klageverfahren nötig. Dieses dauert üblicherweise in 1. Instanz zwischen 7 und 10 Monaten.

Sofern eine Partei in Berufung geht, muss nochmals mit dem gleichen Zeitraum gerechnet werden. Es kann daher durchaus insgesamt 1,5 Jahre dauern bis zur endgültigen Abwicklung.

Einen zeitlichen Verlauf der zeigt, wie ein typisches Verfahren abläuft, finden Sie hier:

Zeitlicher Ablauf


Diese Option ist jetzt erledigt. Die Musterfeststellungsklage ist zurück genommen worden. 

Eine Beteiligte erhielten eine Abfindung. Einige gingen aber auch leer aus. 

Außer bei sehr hoher Laufleistung des Fahrzeuges ergab bislang der individuelle Weg deutlich höhere Entschädigungen. 


Wenn Sie den Vergleich geschlossen haben, ist das natürlich auch abschließend und damit alles erledigt. 

Wenn Sie aber keinen Vergleich angeboten bekamen, können Sie Ihre Ansprüche immer noch individuell weiter verfolgen. 

Wir prüfen mit Ihnen die tatsächlichen Erfolgsaussichten nach dem aktuellen Stand der Rechtsprechung. 

Der Bundesgerichtshof sorgt mittlerweile in diversen Rechtsfragen für zunehmende Klarheit. 


Ja, nach ganz überwiegender Einschätzung der Sachverständigen und der überwiegenden Meinung der Gerichte bleibt das Fahrzeug mangelhaft.

Ein Mangel wurde durch einen anderen ersetzt. Die Software verändert das Mischungsverhältnis im Motor zwischen sauerstoffreicher, bzw. -armer Zuluft, sowie der Zuluftmenge und der Temperatur. Der Motor selber verändert sich dadurch nicht. Tritt beispielsweise eine Verbesserung im Bereich Stickstoffausstoß ein, führt dies zu einer Verschlechterung an anderer Stelle, z.B. bei den Partikeln. Weiterhin berichten viele Fahrer von verstopften Düsen seit der Umstellung. Die Verrußung scheint daher erheblich zu zunehmen.

Das Softwareupdate ist darüber hinaus keine Beseitigung des Mangels. Dieses dient nur der weiteren Zulassung im Straßenverkehr und war lediglich das "kleinere Übel" gegenüber der Stilllegung durch das Kraftfahrtbundesamt. Es handelte sich somit nur um eine Maßnahme der Verwaltung – nicht aber einer Reparatur zu Gunsten des mangelfreien Fahrzeuges.

Darüber hinaus ändert eine Nachbesserung auch nichts an möglichen Schadenersatzansprüchen wegen Täuschung. Das Update macht die Täuschung nicht ungeschehen. Der Schadenersatzanspruch bleibt.

Daher die klare Antwort: Ja. Sie können weiterhin Schadensersatz geltend machen. 

Schicken Sie uns per Email: 

- den Kaufvertrag
- den Fahrzeugschein
- den Kilometerstand
- die Daten Ihrer Rechtschutzversicherung.

Wir teilen Ihnen dann Ihre genauen Erfolgsaussichten mit. 


Wir gehen davon aus, dass jeder Diesel-PKW betroffen ist.

Aus folgenden Gründen:

  • Die Euro 5 und nachfolgenden Normen können nur noch mit einer wirksamen Abgasreinigung durch Nachbehandlung mittels Katalysator/Harneinspritzung (Hardwarelösung) effektiv eingehalten werden. Dieselfahrzeuge ohne eine solche Hardwareausstattung schaffen das im Fahrbetrieb nicht = Sie halten die Normen nur auf dem Prüfstand ein. Das ist unzulässig.
  • Aber auch Fahrzeuge mit einer Nachbehandlung (AdBlue Systeme) funktionieren nur eingeschränkt. Auf dem Prüfstand reinigen diese ordnungsgemäß. Im Fahrbetrieb werden die Systeme zu häufig abgestellt. Hintergrund: Zu hoher Verbrauch des Reinigungsmittels bei wirksamer Reinigung (Folge: Hohe Kosten und große Harnstofftanks nötig).

Daher funktionieren selbst Autos mit Hardware–Abgasreinigung nicht ordnungsgemäß, entsprechend der Zulassungskriterien.


Ja. Das ist möglich. Der Verkaufserlös muss dann im Rahmen des Schadenersatzes angerechnet werden. Sollte es sich um ein Fahrzeug handeln, bei dem die Täuschung noch nicht explizit aufgeklärt ist, besteht aber die Gefahr, keinen Beweis führen zu können. Möglicherweise muss vorher ein Sachverständigengutachten eingeholt werden. Aber auch ein solches Sachverständigengutachten wird von der Rechtsschutzversicherung getragen.


Sie werden immer wieder auf Entscheidungen stoßen, in denen der Anspruch des betroffenen Käufers zurückgewiesen wurde. Das kann aber ganz unterschiedliche Ursachen haben, die von  ihrem Fall abweichen (anderer Sachverhalt, andere Begründung, insbesondere aber auch: anderes Gericht). Wir prüfen ihre Erfolgsaussichten und auch das für sie zuständige Gericht. Wir kennen die Rechtsprechung diverser Gerichte und Oberlandesgerichte. Wir können dadurch bereits vorher ein Ergebnis relativ sicher prognostizieren.

Falls eine Klage in 1. Instanz verloren geht, ist das auch (noch) nichts Schlimmes. Das Verfahren wird vor dem Berufungsgericht (= Oberlandesgericht/OLG) nochmals durchgeführt und fortgesetzt. Nach unserer Erfahrung wird dort das Verfahren auch einvernehmlich beendet. Die Hersteller vermeiden weitere Entscheidungen in höheren Instanzen.

Wir dürfen die Ergebnisse nicht explizit benennen wegen Verschwiegenheitsverpflichtung. Wir kennen aber jedes einzelne Ergebnis und bislang hat sich noch kein einziger Mandant darüber beschwert oder war auch nur im Ansatz unzufrieden.

Und der Bundesgerichtshof hat mittlerweile die Ansprüche auch schon grundsätzlich zugebilligt. Die Erfolgsaussichten sind daher gut. 


Vorab: Natürlich empfehlen wir erstmal nur aussichtsreiche Prozesse und prüfen vorher. Bei schlechten Prognosen kennen Sie das Risiko vorher und entscheiden natürlich selbst, ob Sie das Risiko trotzdem eingehen wollen. 

Im schlimmsten Fall erhalten Sie ein abweisendes Urteil vom Gericht.

Wenn sie rechtsschutzversichert sind oder einen Prozessfinanzierer in Anspruch genommen haben: Sie zahlen Ihre Selbstbeteiligung (meistens 150 €).

Ansonsten bleibt alles, wie es derzeit schon ist. Sie fahren ihr Auto weiter oder verkaufen es zum Marktpreis.

Dann haben sie den Zustand erreicht, der derzeit auch schon besteht.

Schlecht ist es schon. Sie sind von einem Hersteller betrogen worden und haben ein nur noch schwer verkäufliches Fahrzeug mit erheblichem Wertverlust.

Wenn Sie den Prozess selbst bezahlen: Sie müssten die Kosten des Verfahrens tragen – auch von der Gegenseite. Um diese Risiko zu vermeiden besteht die Möglichkeit, einen Prozessfinanzierer in Anspruch zu nehmen.

Hierzu beraten wir Sie gerne.


Sie geben ihr Auto zurück und erhalten ihren ursprünglichen Kaufpreis oder gezahlte Raten zurück – und mehr.

Sie sind dann mehrere Jahre "umsonst" und ohne Wertverlust gefahren.

Vom Erlös kaufen sie sich ein neues Auto oder einen gebrauchten und haben noch Geld übrig.

Die Kosten des Verfahrens musste die Gegenseite bezahlen. Auch Ihre Rechtsschutzversicherung hat dann keinen Schaden.


Normalerweise nimmt der Hersteller das Auto zurück. Sie erhalten den Kaufpreis unter Abzug einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer (Basis: Geschätzte Lebensdauer des Fahrzeuges von 300.000 km; Berechnungsformel: Kaufpreis/300.000 x gefahrene Kilometer = Nutzungsentschädigung).

Mittlerweile "normal" ist auch eine vergleichsweise Abfindung und Sie behalten das Fahrzeug. 


Nein. Die Automobilhersteller haben immer noch sehr hohe Gewinne in Milliardenhöhe (Volkswagen: 1. Quartal 2019 ca. 4 Milliarden €). Die Hersteller haben darüber hinaus bereits ausreichend Rückstellungen gebildet, um die Schadensersatzforderungen der betrogenen Käufer zu bezahlen. Diese Rückstellungen wirken sich im Zweifel auch steuermindernd für die Konzerne aus. Da nur ein Bruchteil der Fahrzeuge tatsächlich zurückgegeben wird, übersteigen die Gewinne immer noch und weiterhin die Kosten der Rückabwicklung.

Wir haben die Bilanzen geprüft. Alleine Volkswagen AG hat mit diesen betrügerischen Fahrzeugen ca. 120 Milliarden € im Laufe der Jahre verdient. Davon mussten in Amerika 15 Milliarden gezahlt werden. Es ist nicht damit zu rechnen, dass in Europa eine ähnliche Größenordnung erreicht wird. "Unterm Strich" bleibt immer noch dem täuschenden Unternehmen ein Gewinn. Es stellt sich die Frage, ob das Ergebnis tatsächlich richtig ist.

Der einzelne Mitarbeiter wird jedenfalls seinen Arbeitsplatz behalten und durch die Klageverfahren nicht betroffen sein.

Im Gegenteil: Wir halten es für ein wichtiges Regulativ, dass Betrügern/Schädigern solche Schadenersatzansprüche auch drohen und umgesetzt werden. Das wird – hoffentlich – dazu führen, dass sich Betrug nicht lohnt und tatsächlich mehr Anstrengung in gute Arbeit und gesetzeskonforme Technik investiert wird. Besonders auch in neue umweltfreundlichere Konzepte.

Jede einzelne Klage erfüllt daher auch einen wichtigen volkswirtschaftlichen Auftrag.

Wir können Sie daher nur ermutigen, Ihre Schadensersatzansprüche zu prüfen und dann auch umzusetzen. 
Sie helfen damit, dass so etwas nicht so schnell wieder passiert (aber es wird wieder passieren).